Obdachlosenhilfe zentralisiert in Bad Blankenburg

 

Die Obdachlosenhilfe in Bad Blankenburg zieht um. Das teilte Susann Beutler, Geschäftsführerin des Trägers, dem Diakonieverein Rudolstadt, mit. Freitag ist Umzug und am Montag öffnet das Büro der Obdachlosenhilfe seine Türen zwei Blöcke weiter in der Hofgeismarer Straße 2a.

In dem Eingang des DDR-Neubaublocks sollen künftig auch neben dem Büro sogenannte Verfügungswohnungen der Stadt Bad Blankenburg zu finden sein. Nun sind bereits die ersten zwei Wohnungen im Eingang angemietet und neben dem Büro kann ein Notzimmer eingerichtet werden, das sonst als Beratungsraum genutzt wird. Die Wohnungen werden allerdings nur in Anspruch genommen, wenn es nicht möglich ist, eine eigene Wohnung zu finden oder bei Verwandten unterzukommen.

Corona hat sich im Bereich Obdachlosenhilfe bisher nicht weiter bemerkbar gemacht, sagt Sozialarbeiterin und amtierende Bereichsleiterin in Rudolstadt und Bad Blankenburg, Gabriele Kerst. Im Moment sind in Bad Blankenburg 23 Erwachsene zwischen 20 und 70 Jahren und vier Vorschul- und Grundschulkinder untergebracht.

Der Hauptgrund, der zu Obdachlosigkeit führt, hat sich kaum geändert. Nur war es früher meist Alkoholabhängigkeit und heute sind es eher illegale Drogen. Schulden und damit verbundene Mietausfälle, traumatisierende Lebensereignisse sind weitere Ursachen für Wohnungslosigkeit. Manche Menschen haben Probleme mit dem Lesen und Schreiben, andere können ihr Leben nicht strukturieren. In der Obdachlosenhilfe werden die Menschen an die Hand genommen, bis sie gelernt haben, zu welchen Ämtern oder Einrichtungen sie gehen müssen, um die notwendigen Hilfen zu bekommen, wie z.B. ALG-II. Das ist ein Lernprozess mit dem Ziel, wieder eigenständig in einer Wohnung mit eigenem Mietvertrag leben zu können.

Manche starten auch über die Suchtklinik in ein neues Leben. „Das schaffen nicht alle“, sagt Gabriele Kerst. „Wir können niemanden zu etwas drängen.“ Die meisten Menschen, die sie vor Ort betreut, sind aus Bad Blankenburg. Einige wenige kommen aus anderen Orten und lassen sich in Bad Blankenburg nach ihrem Klinikaufenthalt nieder. Sie alle werden von Gabriele Kerst und ihrer Mitarbeiterin Manuela Romisch in Bad Blankenburg betreut. Ein gut geknüpftes Netzwerk erleichtert Ihnen die vielschichtige Arbeit.

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